Die Organisation/

Die Organisation

Gerade auf dem europäischen Au-pair Markt sind die teilnehmenden Parteien in zwei Lager gespalten: Die, die einen solchen Aufenthalt nur mit einer Organisation realisieren und die, die eine Organisation innerhalb Europas für überflüssig und als reine Geldverschwendung empfinden. Sicherlich (und nicht nur aus Schlichtungsgründen) kann beiden Seiten eine gewisse Richtigkeit zu gesprochen werden. Wer sich selbst eine Familie über das Internet sucht, ist meist nicht nur schneller und hat eine größere Auswahl an möglichen Gastfamilien, sondern spart sich die) Vermittlungsprovision von rund 150€, die bei erfolgreicher Vermittlung durch eine Organisation anfallen würde. Bleiben nur die Fragen der Versicherung, Problemunterstützung und Weitervermittlung im Falle eines Wechsels. Diese Dinge sind bei einer Selbstvermittlung nicht dabei und müssen vom Au-pair (oder der Familie) geregelt werden.

Besonders im Fall eines Familienwechsels haben die „Do it yourself“-Au-pairs oftmals keine andere Chance, als sich vor Ort eine neue Familie zu suchen oder abzureisen, da die geschulte Unterstützung durch Mitarbeiter einer Organisation fehlt. Aber auch bei Streitigkeiten mit der Familie oder im Schadensfall kann eine Organisation hilfreich sein. Durch die Mittelposition zwischen Familie und Au-pair können beide Parteien an einen Tisch gebracht werden, wodurch das Schlimmste (ein Rauswurf aus der Familie oder dem Programm) möglicherweise verhindert werden kann.

Die Gründe sich für eine Organisation zu entscheiden liegen demnach auf der Hand. Sicherlich wird eine Vermittlungsprovision von rund 150 € fällig, dafür können Au-pairs allerdings Leistungen in Anspruch nehmen, die bei einer Selbstvermittlung nicht inbegriffen sind. Dazu gehört zum Beispiel eine Krankenversicherung.

Die Organisationen nehmen die Bewerbungen der Au-pairs entgegen und geben diese an interessierte Gastfamilien weiter. Ist eine Gastfamilie nach genauerem Studium der Unterlagen immer noch interessiert, bekommt das Au-pair einen Anruf, in dem offene Fragen geklärt und weitere Informationen ausgetauscht werden können. Auch wenn das Au-pair in diesem System immer nur eine Familie „vor Augen“ hat und sich somit nie der Gefahr entziehen kann, dass die nächste Familie (nach dem der ersten Abgesagt wurde) weniger attraktiv ist, birgt diese eingeschränkte Auswahlmöglichkeit doch einen Vorteil: Die Auswahl ist nicht zu groß. Denn, wer zu viele Entscheidungsmöglichkeiten hat wird sich immer fragen „Was wäre wenn?“. Besonders die Selbstvermittlungsseiten sind voll mit Aussagen wie „eigenes Au-pair Auto“, „größtes Zimmer im Haus“ etc. Nur, ist das wirklich wichtig? Geht es beim Au-pair Aufenthalt wirklich um das größte Haus und die meisten Autos?! Damit persönliche Werte und häusliche Ausstattung in der Wage bleiben, sind die Mitarbeiter der Organisationen darauf geschult aus einer Bewerbung das meiste heraus zu lesen und eine nahezu perfekte Gastfamilie zu finden (Die perfekte Gastfamilie gibt es nicht!).

Hinzu kommt, dass sich Au-pairs und Gastfamilien einer Art Aufnahmeprüfung in das Programm der Organisation unterziehen müssen und dadurch sichergestellt ist, dass zum Beispiel das soziale Umfeld der Familie einem „Gast“ zumutbar ist. Bei der Selbstvermittlung kommt es schnell zu unangenehmen Überraschungen wie etwa einem völlig verdreckten Haus oder totaler Abgeschiedenheit des Wohnortes.

Regelmäßige, von der Organisation organisierte, Ausflüge und Treffen vor Ort runden das Programm ab. Neuankömmlinge finden so schnellen Anschluss in der Fremde und können von „Alteingesessen“ auf Ausflugsziele, Unternehmungstipps und Treffpunkte mit Gleichgesinnten hingewiesen werden.