London erleben
Großstadtluft schnuppern:
London ist nicht nur die Hauptstadt Englands und Großbritanniens, sondern auch Heimat zahlreicher Universitäten...
Erfahrungsberichte/
Erfahrungsberichte
Die 21-jährige Lena studiert Zahnmedizin an der Uni Göttingen. Bevor sie allerdings mit ihrem Studium began, entschied sie sich erst einmal für einen längeren Auslandsaufenthalt und zwar als Au-pair in England. Sieben Monate verbrachte sie in einer Familie in Seven Oaks ganz in der Nähe von London und sie würde es auf jeden Fall wieder tun. Von ihren Erlebnissen und Erfahrungen dort und wie es überhaupt dazu kam, erzählte sie in einem Interview mit uns.
Ihre Beweggründe für ein Au-pair-Jahr im Ausland sind recht leicht nachvollziehbar. „Nach dem Abitur wollte ich nicht gleich studieren“, sagt sie, „das haben irgendwie alle gemacht.“ Ihre Faszination für England war schon immer groß, deshalb kam eigentlich gar kein anderes Reiseziel in Frage. „Ich wollte die englische Kultur endlich richtig kennenlernen. Außerdem mache ich ganz gerne was mit Kindern.“
Um bei der Organisation nicht ganz allein dazustehen, entschied sie sich für die Au-pair-Vermittlungsagentur iST. Diese Entscheidung bereut sie nicht im Geringsten. Im Gegenteil: Die Vermittlung durch eine Agentur kann sie jedem nur ans Herz legen, der vor hat als Au-pair zu arbeiten. Denn so erspart man sich viele Probleme die auftreten können. Das Gehalt ist beispielsweise fest geregelt und lästigen Streitigkeiten um das Geld kann so aus dem Weg gegangen werden. Die Kosten für die Vermittlung betrugen bei Lena lediglich 120 Euro. Zusätzlich war 24 Stunden pro Tag ein Ansprechpartner vor Ort, der bei jeglichen Problemen kontaktiert werden konnte. iST veranstaltete zudem des Öfteren Au-pair-Treffen, bei denen Erfahrungen und sonstiges ausgetauscht werden können. „Weihnachten gab es Plätzchen und Stollen backen“, berichtet Lena, „da triffst du dann sehr viele Leute“.
Die Anmeldung war einfach und auch die Voraussetzungen waren relativ leicht zu erfüllen. Ein einwandfreies polizeiliches Führungszeugnis, sowie einen Erste-Hilfe-Kurs musste Lena vorweisen. Um sich bei einer Familie zu bewerben, sollte sie zusätzlich eine Collage zusammenstellen und sich in einem Brief vorstellen, denn die zukünftigen Gasteltern aus England möchten zuvor gerne etwas über die Person erfahren, die bei ihnen leben wird. Die Einteilung in einen bestimmten Ort erfolgte durch die Agentur. Bestimmte Wunschziele konnten aber im Voraus angegeben werden und fanden dann so gut es ging Berücksichtigung. Nachdem eine Familie für sie gefunden wurde, telefonierte sie noch ein paar Mal mit ihnen: Die Sympathien müssen nämlich auf beiden Seiten stimmen. Und dann konnte es auch schon los gehen.
Lena reichte die Nähe zu London vollkommen aus. „Seven Oaks ist eine Pendlerstadt. Das ist nur etwa 20 Minuten mit der Bahn vom Zentrum entfernt“. Ihre Kolleginnen hatten teilweise die gleiche Fahrtdauer, obwohl sie eine Arbeit in London hatten, Lena dagegen konnte die Ruhe und Schönheit der Kleinstadt genießen.
Mit ihren Gasteltern Jane und Keir verstand sie sich sehr gut. Noch heute hat sie regelmäßigen Kontakt zu ihnen und besucht sie des Öfteren in England. Gleich bei der Ankunft hatte ihre Gastmutter Jane schon alles bestens vorbereitet. Sie erklärte Lena die Familienregeln und ihre Freiheiten und stattete Lena zusätzlich mit einem Handy aus, damit Lena für den Notfall gerüstet war. „Sie war immer sehr bemüht“, erzählt sie. Durch ihre Aufgeschlossenheit wurde Lena schnell in die Familie integriert. „Jane war wie eine große Schwester für mich“, sagt sie. So flog sie auch mit ihren Gasteltern in den Urlaub und blieb sogar über Weihnachten in England. Das will schon etwas heißen.
Aber Lena war ja auch wegen dem kleinen Hamish, einem aufgeweckten sechs-Jährigen, dort. Obwohl er von morgens bis in den Nachmittag hinein in der Schule war, nahm er eine Menge Zeit in Anspruch. „Ich war am Anfang ein bißchen naiver und dachte ich kriege so ein Kuschelmädchen, dem ich Zöpfe flechten kann.“ Hamish war da aber das ganze Gegenteil und wollte immer beschäftigt sein. Lena nahm diese Aufgabe dennoch sehr gerne wahr. Nur einmal als der Kleine eines Morgens etwas kränkelte wurde es ihr etwas unheimlich. „Muss ich jetzt mit ihm zum Arzt oder geht es noch?“ Aber durch diese und andere Erfahrungen lernte Lena mit Verantwortung umzugehen und ein Stück erwachsener zu werden.
Nun gab es aber doch ein kleines Problem. Lena war ja auch in England um ihr Englisch zu verbessern. Die Eltern waren jedoch den ganzen Tag an der Arbeit und Hamish in der Schule, mit wem sollte sie sich da unterhalten? Eine Lösung war jedoch schnell gefunden. Ihre Gastmutter schlug ihr vor zu kellnern. „ Es gab einen netten Pub in Seven Oaks und dort habe ich dann gearbeitet. Es war super. Ich konnte noch Geld nebenbei verdienen.“ Ihre Kollegen waren ihr gegenüber sehr offen und so lernte sie dann schließlich richtig Englisch und fand neue Freunde, sagt sie.
Für Au-pairs besteht in England weiterhin die Möglichkeit an kostenlosen Sprachkursen teilzunehmen. In fast jedem Ort befindet sich eine staatliche Sprachschule, erklärt Lena. Der TOEFL (Test of Englisch as a Foreign Language) oder auch das Cambridge Exam können hier abgelegt werden. Außer den gelegentlichen Heimwehattacken erlebte Lena kaum etwas negatives während ihrer Zeit in England. Dafür verbesserte sie sich auf sprachlichem Niveau ungemein und lernte sowohl Verantwortung zu übernehmen, als auch verantwortlich zu handeln. „Du machst selber eine Veränderung durch. Ich bin viel reifer geworden.“
Deshalb kann Lena ein Au-pair-Jahr nur empfehlen. Sie selbst war aus zeitlichen Gründen nur sieben Monate dort, aber wer die Möglichkeit hat länger zu gehen, sollte dies in ihren Augen tun. Auch der Kinder wegen, denn Au-pairs sind in England üblich. Der ständige Wechsel ist jedoch für die Kinder nicht immer angenehm. Abschließend gibt Lena noch an alle den Tipp: „Lasst euch von nichts abschrecken. Die ersten zwei Wochen sind ersteinmal etwas komisch, aber versucht das durchzuziehen. Man lebt eben mit einer fremden Familie unter einem Dach und muss ein bißchen versuchen auf sie einzugehen. Es ist wirklich 'andere Länder, andere Sitten', aber du wirst super mit ihnen klarkommen.“
